3 Wochen, 2 Urlauber, 1 Insel: Im Sommer ´09 packten Julia und ich einen großen und einen kleinen Rucksack. Die nahmen wir mit auf eine Insel, die ich bislang nur aus dem Geographieunterricht kannte. Der heilige Jahresurlaub (eng: the holy year´s plugoff) sollte dabei folgenden Hauptkriterien entsprechen: fernab der Großstadt, massive Sonneneinstrahlung, Strandoptionen und individuelle Reisemöglichkeiten. Die Route führte uns zunächst von Berlin nach Pisa. Erstens kann man prüfen, ob der Turm noch steht und zweitens sinkt die Wahrscheinlichkeit, die Fähre zur Insel zu verpassen. Was folgte, war ein ereignis- und erlebnisreicher 500km Backpacker-Trip rund um Korsika, bei dem nicht nur ein paar Schuhe sprichwörtlich auf der Strecke blieben. weiterlesen …
Foto: Vom Winter verweht
Berlin: Der Schnee von gestern
Ski heil im Kiez! Berlin gleicht dieser Tage einer wahren Tiefkühltruhe. Zweistellige Minusgrade und jede Menge Schnee, der auch noch hartnäckig liegen bleibt bzw. andere zum erliegen bringt. Auf der Warschauer Brücke bspw., einer der meistfrequentierten Passagen zwischen Kreuzberg und Friedrichshain, hat sich in der vergangenen Woche ein regelrechter Firn gebildet. Wenn man so durch die Straßen stapft, erwachen gleich entfernte Kindheitserinnerungen aus Tagen, als man noch mit Gleitschuhen und Schlitten zur Schule loszog. Mal sehen, wann die ersten Lifte am Prenzlauer Berg aufmachen. Da könnte sogar die Nachfrage das Angebot einblenden.
Leipzig/Berlin: Weihnachten oder so ähnlich
Ganz ehrlich, so richtige besinnliche Feststimmung ist dieses Jahr bei mir noch nicht aufgekommen. Das mag wohl an der Arbeitsverdichtung, den erschöpften Leistungsreserven (keinen Tag frei seit Ende des Sommerurlaubs!) und am derben Dauerherbst liegen. In den Nachrichten dominieren Begriffe wie Kunduz, Krieg und Kopenhagen. Angesichts solcher Probleme wirkt der Weihnachtsmann ziemlich blass um die Nase. Letzten Sonntag zählten wir bereits den dritten Advent, der Countdown bis Heilig Abend ist einstellig und ich habe noch kein Stück Stollen dieses Jahr gegessen. Beunruhigend. Dennoch verbuchte ich in den vergangen drei Wochen ein paar Festberührungen, die zumindest der eigenen Psychohygiene dienlich waren. Frohes Fest wünsche ich Euch und seht zu, dass Ihr noch das Spiel “Ohne Furcht & Adel” auf Eure Wunschliste(n) packt. Ein Spiel, das Dich und Deine Fähigkeit zur investigativen Antizipation bis auf´s Messer strapaziert. Der König ruft den Weihnachtsmann. Könnte aber durchaus sein, dass der “gemeuchelt” oder “bediebt” wurde … oder auch nicht. Spätestens da zeigt sich, ob man einen guten Charakter hat
Zella-Mehlis: Volkshaus Atlantis
Freitag ist Fischtag: … jedenfalls bei uns in der Kantine, also auch heute. Passend zum Thema daher die kleine Bilderserie zum Besuch im Meeresaquarium Zella-Mehlis, meiner Ex-Ex-Heimatstadt. Obwohl ich nie einen Goldfisch besaß, nie ein Aquarium im Kinderzimmer stand und mir Moby Dick oder der weiße Hai bis heute nicht ganz geheuer erscheinen (eher “ungeheuer”) , besuchte ich die Schuppenträger in ihrem feuchten Refugium – im Volkhaus Zella-Mehlis. An jenem Ort, wo 1996 die gesamte Abi-Jahrgangsstufe im Trockenen Abschied von der Schule und die Hochschulreife in Empfang nahm, wird heute (13 Jahre danach) weitestgehend durch Kiemen geatmet. Ein interessant-atlantischer Besuch mit unerwartetem “Tiefgang” in die Vergangenheit. weiterlesen …
Foto: Helloween? Helloherbst!
Moment mal: In Thüringen ist heute Reformationstag, morgen ist überall Helloween. Ich mag beides nicht. Erstens bin ich nicht religiös und zweitens finde ich amerikanische Sitten bzw. Feste äußerst fragwürdig. Während ich heute zum Wochenendeinkauf startete, schnappte ich mir die Kamera und stellte fest: Es ist Helloherbst.
New York: WC Music Awards
Es ist Dienstag Abend, ich bin ziemlich fertig von bedarfsorientierter Mehrarbeit und dachte mir, es ist der richtige Augenblick für etwas gute Musik. Julia hört den Song seit vorgestern rauf und runter – und wen wundert´s – er hat mich auch erwischt. Lykke Li, Tochter zweier gefragter Künstler aus Stockholm, macht in NY bisschen ihren Selbsterfahrungs-Stiefel. Im Video gehts um ´ne kleine-crazy Acoustik-Session im Klo, why not? Der Song geht auf jeden Fall ins R..Ohr. Was die kleine Exil-Yoko-Lichy aus Schweden besonders sympathisch macht: Sie spült sogar am Ende. Na dann, push the button & sleep well.
Foto: Krisen-Szene Berlin #2

Krise: das vergangene Lachen
Krisen-Kultur Teil II: Vor kurzem stellte ich ein paar Augenscheinlichkeiten der Wirtschaftskrise im Kiez-Alltag vor (Link), möchte aber nun die Kollektion um ein paar neue sichtbare Exponate erweitern, die zugegebenermaßen etwas “streetart”-lastig daherkommt. Das Wetter wird immer schlechter, die Heizung muss man schon Mitte Oktober auf 5 drehen, die Schweinegrippe steht vor der Tür und die gottverdammten Hundehaufen sind vor allem im Herbst bestens im nassen Laub getarnt. Als ob das Leben nicht schon schwierig genug sei. Halten wir´s doch vor dem Wochenende mit ein bisschen Philippe Djian, der einst schrieb: “Die Frage ist doch nicht, ob man gut zurecht kommt, sondern ob man überhaupt zurecht kommt!”. In 1 1/2 Stunden fahre ich nach Thüringen in den ersten Neuschnee 2009 und hab keine lange Unterhose, sondern nur dicke Socken. Beunruhigend! Mal sehen, ob ich damit zurechtkomme!?
Berlin: Extrablatt im Treppenhaus
Berlin: Nachricht vom Volk
Spätkaufdialog, eben bei mir in der Libauer Ecke Revaler. Situation: Typ kommt rein, um die 30, wirkt verkatert, bisschen nervös, schaut sich um, inspiziert den Bierschrank und nimmt sich den aktuellen Spiegel (Thema “Das Wahltheater”); der Verkäufer kassiert mich derweil ab und beobachtet mit einem Auge den nervösen Neuzugang.
Typ: “Sacht ma´, hier Merkel und Steindings …”
Verkäufer: “pfff …” (zuckt mit den Schultern)
Typ: “is doch Muppetshow, oder?”
Verkäufer: “Hör ma´ Großer, ick mach´ hier keene Politik, sondern ick verkoofe den Leuten wat.” (kuckt zum Fenster raus, hält die Kasse offen)
Typ: “So´n Kack hier. Is doch dat selbe! Verkoofen tun se uns doch alle wat!” (legt den Spiegel wieder weg und nimmt sich´n Bier)
Verkäufer: “Sonst noch wat?” (jetzt wirkt er sichtlich gereizt)
Typ: “Nee, lass´ma jut sein.” (guckt auf den Boden, zahlt und verschwindet)
Schon interessant, was der Wahlk(r)ampf im Alltag für Geschichten hervorbringt.






