… wieder: Früher war alles besser. Sogar die Zukunft. Da kämpfte ein lockiger Mann und sein sprechendes Auto gegen das Unrecht in der Welt. Rockerbanden, Immobilienhaie, russische Spione, Organmafia – so hießen die Feindbilder der Ära Reagan. Der Terrorismus hatte Winterpause, denn der deutsche Herbst war ja gerade erst zu Ende. Zugegeben, Hasselhoff ist schon irgendwie eine Legende (die jetzt sogar eine allsamstägliche Neuauflage zur besten Disney-Sendezeit auf RTL erlebt – siehe Updatemeldung am Schluss des Beitrags). Immerhin hat er doch einen entscheidenden Beitrag zur Sozialisierung meiner Generation beigetragen. Ob nun als Heldenersatz in engen Röhrenjeans mit USA-Gürtelschnalle, der bereits mitter der 80er einen “Laptop-Computer” bediente oder als alleinerziehender Berserker-Bademeister, der in keiner der 15 Staffeln “Buchtgucken” von den Brüsten von Erika Eleniak und Pamela Anderson Notiz nahm (Experten fragen sich bis heute, wie er das operationalisierte!) oder als weiterlesen …
Indien Review: Küssen Verboten!
Mittensee: … so könnte Pushkar in Deutschland heißen. Ein kleiner verträumter, aber dafür äußerst heiliger Ort, der ca. 6 Busstunden westlich von Rajastans Hauptstadt Jaipur entfernt liegt. Das Stadtzentrum ist nass, rund und ruhig (solch einen Satz bildet man nicht so häufig). Der tatsächlich als “holy lake” bezeichnete Heilige See wird von Pushkar eingefasst und regelmäßig für geweihte Wasserungen oder Waschrituale von allerlei Pilgervolk aufgesucht. Dieser Ort ist so heilig, dass nicht nur Alkohol, Fleisch, Fisch und Eier strengstens verboten sind, sondern auch der Verzehr seiner Freundin. In Pushkar gilt striktes Kuss- und Anfassverbot in der Öffentlichkeit. weiterlesen …
Korsika: Mit Zelt, Zeit und Zückli
Nach 1 Woche Deutschland-Tournee “Suhl-Frankfurt-Berlin” verlegen Julia und ich heute über Pisa für 3 Wochen nach Korsika … Meer, Motorrad & Wandern. Die neuen Iso-Matten sind zwar nicht pünktlich angekommen, dafür haben wir schwarzen Tee aus´m Kaisers, 5000 Tabletten Zückli und 1 Paar Socken (für uns beide). Ich liebe Urlaub nach Augenmaß und er beginnt jetzt. Gestern noch Jazz-Festival in Köpenick mit Manfred Krug und morgen Frühstück in Pisa … klingt jut. Liebe Grüße, bis bald und Euch ebenso erholsame Tage!
Berlin: 4 Days Later
Ich hatte Verkehr: Nicht nur für Harry Potter wird´s immer düsterer, sondern auch im Berliner S-Bahn Alltag. In Neukölln wartete ich über 20 Minuten auf die S42, die mich für gewöhnlich im 5 Minutentakt Richtung Heimatkiez befördert. Der Unmut war subtil deutlich spürbar, dennoch blieben hitzige Debatten oder cholerische Gebärden seitens der Fahrgastfraktion aus. Die Berliner sind anscheinend gut vorbereitet in die lokale Logistik-Krise – Achtung Wortwitz – gegleist (btw.: wobei der Montag noch nie für gute Laune bekannt war). weiterlesen …
Berlin: Der schwarze Montag
Morgen, Kinder, kommt der Kollaps: Ab Montag gilt der neue Notfallfahrplan der Berliner S-Bahn – eine Art Infarktausrede. Ich möchte an dieser Stelle nicht nochmal erwähnen, dass seit Wochen die Fahrgäste fast von den Gleisen fallen, ich will garnicht nochmal darauf eingehen, dass ich jeden Tag russisches Roulette um einen Stehplatz spiele, ich verdränge den Gedanken daran, dass ich nahezu 30 Minuten länger von/zur Arbeit benötige als üblich und trotzdem jeden Monat 60 € vom Konto eingezogen werden (der Begriff “Lastschriftverfahren” erlangt diesbezüglich eine ganz neue Symbolik), denn ab morgen wird ja alles besser, endlich greift der Notfallfahrplan. weiterlesen …
Foto: Krisen-Szene Berlin #1

Berlin: die Krise hat viele Gesichter
Berlin: Der Peter und der Fox

Wuhlheide: Planet der 17.000 Stadtaffen
Berlin: Der Sturm

Libauer 18: Vom Winde entforstet
Eines steht fest: Diese Woche war für mich bis auf vereinzelte Lichtblicke des sozialen Austauschs ziemlich blöd (Anm. d. Red.: in Berlin gibt darüber hinaus auch nicht so viele Feiertage wie im Rest der Republik). Die wohl überzeugendste Insignie dafür brachte das Wetter mit sich. Von unerträglich schwülwarmen Temperaturen über schafsentlehnte Kälte bis hin zu orkanartigen Unwettern inklusive dazughörigen Warnungen wurde in den vergangenen Tagen so einiges geboten. Ein regelrechtes Gleichnis, dem man als Beitragspflichtiger hilflos ausgeliefert zu sein scheint: Wetter doof – Stimmung doof. Man stellt sich am Abend ebenfalls die Frage, ob man jetzt mit über 30 doch plötzlich wetterfühlig wird? War das nicht den Rentnern vorbehalten, die sonst keine Sorgen haben? Außerdem ist es von Zeit zu Zeit für die eigene Psychohygiene erforderlich, “mal ordentlich übers Wetter wettern zu dürfen”. Nicht schlecht staunte ich dementsprechend, als ich heute im Sturmregen von der Arbeit nach Hause kam und eigentlich nur noch schnell den Müll runterbringen wollte … weiterlesen …
Berlin: Heldentod in Schöneberg

die Not bei der Notdurft
Werteverlust: Da ich mit den Westberliner Bezirken bisweilen noch nicht so eng vertraut bin, schaute ich mich am vergangenen Freitagabend etwas in Schöneberg um. Der 116.000 Anwohner zählende Stadtteil wird nach meiner ersten Einschätzung seinem schlechten Ruf nicht gerecht, was jedoch maßgeblich nur dem medienwirksamen Sprech-gestammel von Bushido zu verdanken ist. Während Schöneberg wirklich “schön” ist, war eine andere Begegnung eher unschön, denn ich traf Kurt Cobain auf dem Männerklo und verlor ein Stück meiner postpubertären Ideale an den altersgerechten Realitätsinn mit knapp über 30. Es ist über 15 Jahre her, da hing Nirvanas Frontmann auch über meinem Bett. Jetzt musste ich ihm beim Blasenentlasten in die Augen sehen, was mich irritierte. Ich stelle hiermit fest, dass Kurt Cobain, die stimmgewaltige Personfizierung berechtigter juveniler Wut im Mantel nachvollziehbarer Trauer einer ganzen Generation, nichts über einem Pissoir zu suchen hat, und schon garnicht in Schöneberg! Da dieses Plakat auch noch auf eine “Tribute to Kurt Cobain”-Veranstaltung hinweist, verfehlt es den Zweck sogar doppelt, denn einen Tribut zollt man mit dieser geschmacksfreien Platzierung wahrhaftig niemandem. Das wäre ja fast so, als ob man Tour-Plakate von Roberto Blanco an der Porta Nigra in Trier aufhängen würde. In diesem Sinne: Entdeckt doch mal bitte jemand hier die Möglichkeiten!?
Ausblicke: Horst Köhler Portraits demnächst in jedem Eck-Döner, Erika Eleniak Poster bald obligatorische Deko in Berliner Grundschulen und “The amazing life of Paul Breitner”-Sticker in jedem Hanuta (& Duplo) …
Berlin: Das Pappelpollenproblem

wenn Natur zur Tortur wird
Auch das noch: Mitten in der Wirtschaftskrise, kurz nach Köhlers Wiederwahl, als unweigerliche Reaktion auf den ersten Meistertitel von Wolfsburg - attackieren Milliarden von Pappel-Pollen die sonnige Hauptstadt. Eine neue Bedrohung ungeahnten Ausmaßes. Nicht unbegründet lautet der englische Begriff für Verschmutzung seit jeher “pollution”. Sprachwissenschaftler und Biologen sehen sich bestätigt, Anwohner und Allergiker sind hingegen verunsichert. Gehwege, Wiesen und Wohnzimmer gleichen nunmehr post-kissenschlachtartigen Szenarien. Wintersportfreunde stornieren bereits zu früh gebuchte Ski-Urlaube (ausländische Investoren planen Pollenskiliftgebiete zwischen Prenzlauer- und Kreuzberg). Doch der Pollenalarm trägt noch ein zweites, weitaus düsteres Gesicht: weiterlesen …



