Moment mal: In Thüringen ist heute Reformationstag, morgen ist überall Helloween. Ich mag beides nicht. Erstens bin ich nicht religiös und zweitens finde ich amerikanische Sitten bzw. Feste äußerst fragwürdig. Während ich heute zum Wochenendeinkauf startete, schnappte ich mir die Kamera und stellte fest: Es ist Helloherbst.
Archiv zum Stichwort: Alltag
Berlin: Extrablatt im Treppenhaus
Berlin: 4 Days Later
Ich hatte Verkehr: Nicht nur für Harry Potter wird´s immer düsterer, sondern auch im Berliner S-Bahn Alltag. In Neukölln wartete ich über 20 Minuten auf die S42, die mich für gewöhnlich im 5 Minutentakt Richtung Heimatkiez befördert. Der Unmut war subtil deutlich spürbar, dennoch blieben hitzige Debatten oder cholerische Gebärden seitens der Fahrgastfraktion aus. Die Berliner sind anscheinend gut vorbereitet in die lokale Logistik-Krise – Achtung Wortwitz – gegleist (btw.: wobei der Montag noch nie für gute Laune bekannt war). weiterlesen …
Berlin: Der Sturm

Libauer 18: Vom Winde entforstet
Eines steht fest: Diese Woche war für mich bis auf vereinzelte Lichtblicke des sozialen Austauschs ziemlich blöd (Anm. d. Red.: in Berlin gibt darüber hinaus auch nicht so viele Feiertage wie im Rest der Republik). Die wohl überzeugendste Insignie dafür brachte das Wetter mit sich. Von unerträglich schwülwarmen Temperaturen über schafsentlehnte Kälte bis hin zu orkanartigen Unwettern inklusive dazughörigen Warnungen wurde in den vergangenen Tagen so einiges geboten. Ein regelrechtes Gleichnis, dem man als Beitragspflichtiger hilflos ausgeliefert zu sein scheint: Wetter doof – Stimmung doof. Man stellt sich am Abend ebenfalls die Frage, ob man jetzt mit über 30 doch plötzlich wetterfühlig wird? War das nicht den Rentnern vorbehalten, die sonst keine Sorgen haben? Außerdem ist es von Zeit zu Zeit für die eigene Psychohygiene erforderlich, “mal ordentlich übers Wetter wettern zu dürfen”. Nicht schlecht staunte ich dementsprechend, als ich heute im Sturmregen von der Arbeit nach Hause kam und eigentlich nur noch schnell den Müll runterbringen wollte … weiterlesen …
Berlin: Das Pappelpollenproblem

wenn Natur zur Tortur wird
Auch das noch: Mitten in der Wirtschaftskrise, kurz nach Köhlers Wiederwahl, als unweigerliche Reaktion auf den ersten Meistertitel von Wolfsburg - attackieren Milliarden von Pappel-Pollen die sonnige Hauptstadt. Eine neue Bedrohung ungeahnten Ausmaßes. Nicht unbegründet lautet der englische Begriff für Verschmutzung seit jeher “pollution”. Sprachwissenschaftler und Biologen sehen sich bestätigt, Anwohner und Allergiker sind hingegen verunsichert. Gehwege, Wiesen und Wohnzimmer gleichen nunmehr post-kissenschlachtartigen Szenarien. Wintersportfreunde stornieren bereits zu früh gebuchte Ski-Urlaube (ausländische Investoren planen Pollenskiliftgebiete zwischen Prenzlauer- und Kreuzberg). Doch der Pollenalarm trägt noch ein zweites, weitaus düsteres Gesicht: weiterlesen …
Psychologie: Schwarz Rot Geiz

5,0: Ansage ohne Bewertungsbezug
Kürzlich traf ich in der S-Bahn drei Regensburger Schüler, die auf dem Weg zu einem Konzert waren. Nachdem ich ihnen den Weg erklärt hatte und wo sie demnächst mal besser aussteigen sollten, luden sie mich freundlicherweise auf ein Bierchen ein (in der S-Bahn wohlgemerkt, man fährt ja noch ´ne Weile). Da der Alkohol & Drogenkonsum in der Hauptstadt nichts weiter weltbewegend krasses ist, schnappte ich mir das schwarze Novum und staunte … Entgegen allen Gesetzen des Marketings und den mächtigen Mechanismen der Werbepsychologie widersprechend, erschmeckte ich das relativ gute “Bier ohne Namen” aus einer ungestalteten, schwarz-weißen Dose. Lediglich die Alkoholvolumenprozentangabe bildet einen produktbegrifflichen Wiedererkennungswert. 5,0 Original – so heißt die Hopfen-Brause. Dennoch gibt sich der Hersteller nicht unbedeckt und erklärt, warum die Verpackung derart DDR-mäßig ausfällt. Hier ein Auszug des Untertitels: weiterlesen …
Psychologie: Kaffeeklatsch mit ohne Folgen
Gewohnheiten zu pflegen ist generell nichts verwerfliches. Gewisse Routinen erleichtern, ähnlich wie in gängigen Programmiercodes, den Abruf und den Zugriff auf relevante Verhaltensweisen, deren Ausführung wiederrum zu erwünschter Nachhaltigkeit führt. Was aber oft verschwiegen wird, ist die Anfälligkeit eines solchen Systems gegenüber Störvariablen aus der Umwelt. Wenn es zeitweilig zu einem derartigen Zwischenfall kommen sollte, hat man als Situations-Administrator alle Hände dementsprechend voll zu tun. So wie gerade eben. Ziel meiner Routine ist, mir selbst einen leckeren Kaffee zu zaubern. Dazu benötige ich verschiedene Zutaten, Geräte und Behälter, deren verhaltensrelevante Ansätze keinen Primaten vor sonderlich große Herausforderungen stellen. Es sei denn, es ist Sonntagnachmittag, man hat gerade eine mehrstündige, anstrengende Motorradtour unternommen, das Telefon klingelt, der Nachbarshund kläfft – und man wird nebenbei zum Entdecker einer uralten Käseaufschnittpackung Marke “Hochland”, die sich im Reiserucksack erstaunlicher Weise lange aber auch weniger lecker über die Zeit gerettet hat. Situation soweit also klar, dazu nun folgende Abbildung aus meiner Küchenzeile: weiterlesen …


