Archiv zum Stichwort: Berlin
Foto: Vom Winter verweht
Berlin: Der Schnee von gestern
Ski heil im Kiez! Berlin gleicht dieser Tage einer wahren Tiefkühltruhe. Zweistellige Minusgrade und jede Menge Schnee, der auch noch hartnäckig liegen bleibt bzw. andere zum erliegen bringt. Auf der Warschauer Brücke bspw., einer der meistfrequentierten Passagen zwischen Kreuzberg und Friedrichshain, hat sich in der vergangenen Woche ein regelrechter Firn gebildet. Wenn man so durch die Straßen stapft, erwachen gleich entfernte Kindheitserinnerungen aus Tagen, als man noch mit Gleitschuhen und Schlitten zur Schule loszog. Mal sehen, wann die ersten Lifte am Prenzlauer Berg aufmachen. Da könnte sogar die Nachfrage das Angebot einblenden.
Leipzig/Berlin: Weihnachten oder so ähnlich
Ganz ehrlich, so richtige besinnliche Feststimmung ist dieses Jahr bei mir noch nicht aufgekommen. Das mag wohl an der Arbeitsverdichtung, den erschöpften Leistungsreserven (keinen Tag frei seit Ende des Sommerurlaubs!) und am derben Dauerherbst liegen. In den Nachrichten dominieren Begriffe wie Kunduz, Krieg und Kopenhagen. Angesichts solcher Probleme wirkt der Weihnachtsmann ziemlich blass um die Nase. Letzten Sonntag zählten wir bereits den dritten Advent, der Countdown bis Heilig Abend ist einstellig und ich habe noch kein Stück Stollen dieses Jahr gegessen. Beunruhigend. Dennoch verbuchte ich in den vergangen drei Wochen ein paar Festberührungen, die zumindest der eigenen Psychohygiene dienlich waren. Frohes Fest wünsche ich Euch und seht zu, dass Ihr noch das Spiel “Ohne Furcht & Adel” auf Eure Wunschliste(n) packt. Ein Spiel, das Dich und Deine Fähigkeit zur investigativen Antizipation bis auf´s Messer strapaziert. Der König ruft den Weihnachtsmann. Könnte aber durchaus sein, dass der “gemeuchelt” oder “bediebt” wurde … oder auch nicht. Spätestens da zeigt sich, ob man einen guten Charakter hat
Foto: Helloween? Helloherbst!
Moment mal: In Thüringen ist heute Reformationstag, morgen ist überall Helloween. Ich mag beides nicht. Erstens bin ich nicht religiös und zweitens finde ich amerikanische Sitten bzw. Feste äußerst fragwürdig. Während ich heute zum Wochenendeinkauf startete, schnappte ich mir die Kamera und stellte fest: Es ist Helloherbst.
Foto: Krisen-Szene Berlin #2

Krise: das vergangene Lachen
Krisen-Kultur Teil II: Vor kurzem stellte ich ein paar Augenscheinlichkeiten der Wirtschaftskrise im Kiez-Alltag vor (Link), möchte aber nun die Kollektion um ein paar neue sichtbare Exponate erweitern, die zugegebenermaßen etwas “streetart”-lastig daherkommt. Das Wetter wird immer schlechter, die Heizung muss man schon Mitte Oktober auf 5 drehen, die Schweinegrippe steht vor der Tür und die gottverdammten Hundehaufen sind vor allem im Herbst bestens im nassen Laub getarnt. Als ob das Leben nicht schon schwierig genug sei. Halten wir´s doch vor dem Wochenende mit ein bisschen Philippe Djian, der einst schrieb: “Die Frage ist doch nicht, ob man gut zurecht kommt, sondern ob man überhaupt zurecht kommt!”. In 1 1/2 Stunden fahre ich nach Thüringen in den ersten Neuschnee 2009 und hab keine lange Unterhose, sondern nur dicke Socken. Beunruhigend! Mal sehen, ob ich damit zurechtkomme!?
Berlin: Extrablatt im Treppenhaus
Berlin: Nachricht vom Volk
Spätkaufdialog, eben bei mir in der Libauer Ecke Revaler. Situation: Typ kommt rein, um die 30, wirkt verkatert, bisschen nervös, schaut sich um, inspiziert den Bierschrank und nimmt sich den aktuellen Spiegel (Thema “Das Wahltheater”); der Verkäufer kassiert mich derweil ab und beobachtet mit einem Auge den nervösen Neuzugang.
Typ: “Sacht ma´, hier Merkel und Steindings …”
Verkäufer: “pfff …” (zuckt mit den Schultern)
Typ: “is doch Muppetshow, oder?”
Verkäufer: “Hör ma´ Großer, ick mach´ hier keene Politik, sondern ick verkoofe den Leuten wat.” (kuckt zum Fenster raus, hält die Kasse offen)
Typ: “So´n Kack hier. Is doch dat selbe! Verkoofen tun se uns doch alle wat!” (legt den Spiegel wieder weg und nimmt sich´n Bier)
Verkäufer: “Sonst noch wat?” (jetzt wirkt er sichtlich gereizt)
Typ: “Nee, lass´ma jut sein.” (guckt auf den Boden, zahlt und verschwindet)
Schon interessant, was der Wahlk(r)ampf im Alltag für Geschichten hervorbringt.
Berlin: Er kommt … (update)
… wieder: Früher war alles besser. Sogar die Zukunft. Da kämpfte ein lockiger Mann und sein sprechendes Auto gegen das Unrecht in der Welt. Rockerbanden, Immobilienhaie, russische Spione, Organmafia – so hießen die Feindbilder der Ära Reagan. Der Terrorismus hatte Winterpause, denn der deutsche Herbst war ja gerade erst zu Ende. Zugegeben, Hasselhoff ist schon irgendwie eine Legende (die jetzt sogar eine allsamstägliche Neuauflage zur besten Disney-Sendezeit auf RTL erlebt – siehe Updatemeldung am Schluss des Beitrags). Immerhin hat er doch einen entscheidenden Beitrag zur Sozialisierung meiner Generation beigetragen. Ob nun als Heldenersatz in engen Röhrenjeans mit USA-Gürtelschnalle, der bereits mitter der 80er einen “Laptop-Computer” bediente oder als alleinerziehender Berserker-Bademeister, der in keiner der 15 Staffeln “Buchtgucken” von den Brüsten von Erika Eleniak und Pamela Anderson Notiz nahm (Experten fragen sich bis heute, wie er das operationalisierte!) oder als weiterlesen …
Berlin: 4 Days Later
Ich hatte Verkehr: Nicht nur für Harry Potter wird´s immer düsterer, sondern auch im Berliner S-Bahn Alltag. In Neukölln wartete ich über 20 Minuten auf die S42, die mich für gewöhnlich im 5 Minutentakt Richtung Heimatkiez befördert. Der Unmut war subtil deutlich spürbar, dennoch blieben hitzige Debatten oder cholerische Gebärden seitens der Fahrgastfraktion aus. Die Berliner sind anscheinend gut vorbereitet in die lokale Logistik-Krise – Achtung Wortwitz – gegleist (btw.: wobei der Montag noch nie für gute Laune bekannt war). weiterlesen …
Berlin: Der schwarze Montag
Morgen, Kinder, kommt der Kollaps: Ab Montag gilt der neue Notfallfahrplan der Berliner S-Bahn – eine Art Infarktausrede. Ich möchte an dieser Stelle nicht nochmal erwähnen, dass seit Wochen die Fahrgäste fast von den Gleisen fallen, ich will garnicht nochmal darauf eingehen, dass ich jeden Tag russisches Roulette um einen Stehplatz spiele, ich verdränge den Gedanken daran, dass ich nahezu 30 Minuten länger von/zur Arbeit benötige als üblich und trotzdem jeden Monat 60 € vom Konto eingezogen werden (der Begriff “Lastschriftverfahren” erlangt diesbezüglich eine ganz neue Symbolik), denn ab morgen wird ja alles besser, endlich greift der Notfallfahrplan. weiterlesen …
Foto: Krisen-Szene Berlin #1

Berlin: die Krise hat viele Gesichter
Berlin: Der Peter und der Fox

Wuhlheide: Planet der 17.000 Stadtaffen
Berlin: Der Sturm

Libauer 18: Vom Winde entforstet
Eines steht fest: Diese Woche war für mich bis auf vereinzelte Lichtblicke des sozialen Austauschs ziemlich blöd (Anm. d. Red.: in Berlin gibt darüber hinaus auch nicht so viele Feiertage wie im Rest der Republik). Die wohl überzeugendste Insignie dafür brachte das Wetter mit sich. Von unerträglich schwülwarmen Temperaturen über schafsentlehnte Kälte bis hin zu orkanartigen Unwettern inklusive dazughörigen Warnungen wurde in den vergangenen Tagen so einiges geboten. Ein regelrechtes Gleichnis, dem man als Beitragspflichtiger hilflos ausgeliefert zu sein scheint: Wetter doof – Stimmung doof. Man stellt sich am Abend ebenfalls die Frage, ob man jetzt mit über 30 doch plötzlich wetterfühlig wird? War das nicht den Rentnern vorbehalten, die sonst keine Sorgen haben? Außerdem ist es von Zeit zu Zeit für die eigene Psychohygiene erforderlich, “mal ordentlich übers Wetter wettern zu dürfen”. Nicht schlecht staunte ich dementsprechend, als ich heute im Sturmregen von der Arbeit nach Hause kam und eigentlich nur noch schnell den Müll runterbringen wollte … weiterlesen …
Berlin: Das Pappelpollenproblem

wenn Natur zur Tortur wird
Auch das noch: Mitten in der Wirtschaftskrise, kurz nach Köhlers Wiederwahl, als unweigerliche Reaktion auf den ersten Meistertitel von Wolfsburg - attackieren Milliarden von Pappel-Pollen die sonnige Hauptstadt. Eine neue Bedrohung ungeahnten Ausmaßes. Nicht unbegründet lautet der englische Begriff für Verschmutzung seit jeher “pollution”. Sprachwissenschaftler und Biologen sehen sich bestätigt, Anwohner und Allergiker sind hingegen verunsichert. Gehwege, Wiesen und Wohnzimmer gleichen nunmehr post-kissenschlachtartigen Szenarien. Wintersportfreunde stornieren bereits zu früh gebuchte Ski-Urlaube (ausländische Investoren planen Pollenskiliftgebiete zwischen Prenzlauer- und Kreuzberg). Doch der Pollenalarm trägt noch ein zweites, weitaus düsteres Gesicht: weiterlesen …
Berlin: Frei in den Mai

ab ins Großstadtgrüne ...
myfrei: Obwohl der 1. Mai der Tag der Arbeit ist, hatte Deutschland frei. Eine durchaus passende Gelegenheit, endlich einmal das sommerliche Wetter außerhalb der Bürozeiten zu genießen. Wer denkt, dass man in der Hauptstadt keinen Himmel sieht und Bäume nur im Fernsehen wiedererkennt, sei eines Besseren belehrt. So gräßlich Berlin im Winter ist, so herrlich sind hingegen die warmen Tage, denn kaum eine andere Multi-Millionen-Metropole bietet so viel Grün in der Stadt wie das dicke B an der Spree. Tausende politisch entwertete Besucher pilgerten dieser Tage Richtung Kottbusser Tor und Boxhagener Platz, um in Berlin “gegen was zu sein”, zündeten wie immer Autos, Mülltonnen und Polizisten an. Für einen Tag wurde der Bürgerkrieg nachgestellt – direkt vor der Haustür. Doch ich hatte andere Pläne … weiterlesen …
Berlin: The Oster-Aftermath
Freiheit Freizeit: Mit knapp 70 Überstunden und Resturlaub ´08 ausgerüstet, reichte ich die erste längere Abstinenz vom Teufel Alltag ein. In den vergangenen 2 Wochen brach ich sämtliche Geschäftsbeziehungen zum Wecker ab und widmete mich gänzlich meinen unpsychologischen Interessenschwerpunkten, meinen Freunden und natürlich der Familie. Heraus kam ein provozierter Ausgleich mit ordentlich Rehabilitationseffekt. weiterlesen …
Psychologie: Der Krise Ursprung
Die Krise hat auch meinen Blog erwischt: Vier Monate Aussetzen: Gehen Sie ins Gefängnis, begeben sie sich direkt dorthin. Gehen sie nicht über Los und ziehen sie keine 4.000 DM ein. Zeit, sich den Details des Debakels zu widmen und gleichermaßen Aufklärung zu betreiben: Die Finanzkrise aus Berliner Sicht: Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschliesst sie, die Getränke der Stammkundschaft -hauptsächlich alkoholkranke Hartz IV Empfänger- auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandy’s Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit massiv ihren Umsatz. weiterlesen …
Foto: Berlin im Bild #1
Berlin explizit: Nach 2 Monaten Berlinleben ziehe ich ein erstes Resume in Form einer umfangreichen Galerie zum Standortwechsel. An nahezu jedem Tag und in jeder Nacht wurde mir die Dualität der Extreme zwischen Schönheit & Abgrund verdeutlicht – oftmals ungefragt und direkt. Nicht immer war die Kamera dabei, aber ich habe sie mir mittlerweile angewöhnt – nicht zuletzt deshalb, weil ich sie in gewisser Weise auch brauche, um zu sortieren. Das hier ist Berlin, wie ich es bisher in Auszügen wahrnahm und auch erlebte. All die dutzenden bunten Augenscheinlichkeiten, deren Extreme in beide Richtungen größer nicht sein könnten, findet Ihr jetzt im ersten Teil meines “Berlin im Bild” Fotoprojektes.
Berlin: Der Selbstversorger
Seit knapp 2 Monaten lebe & arbeite ich nun in Berlin. Aber was macht der da eigentlich? Und wo genau? Die Cam war hin und wieder in der Jackentasche dabei – Zeit, Euch mal ein paar Eindrücke zu zeigen, wo & wie ich meinen Lebensunterhalt derweil finanziere. Zwischen hartem Sprit und gesunden Säften vereinen sich Schichtarbeit und Berliner Nightlife zu einer vertretbaren Selbterhaltungsmöglichkeit – und zwar gänzlich ohne gerichtliche Prozesse gegen diverse Behörden.
Berlin: Der Stillstand

Rien ne va plus! Nix fährt mehr.
Berlin: Ein Freitag im Amt
Wer umzieht, muss sich kümmern … vor allem um Behördengänge! So ein Standortwechsel durch die halbe Republik ist ja an sich schon kräftezehrend genug, gekrönt wird ein solches Unterfangen allerdings erst mit einer gewissen Latenz. Nachdem alle Umzugskartons dem Wiederverwertungskreislauf zugeführt wurden, stand heute der Gang zum Einwohnermeldeamt auf der Tagesordnung. Das Einwohnermeldeamt? Berlin hat exakt 12 solcher stets sympathischen Menschenverwaltungsapparate, was die Angelegenheit kurzfristig zu erschweren scheint. Da diese Stadt aber recht übersichtlich in Bezirke eingeteilt ist, lässt sich das Entscheidungsproblem flux auf die 12er Option subsummieren. Gott sei Dank funktioniert das Internet bereits! Es ist wie gesagt Freitag, 12:15 Uhr und ich erinnere mich wage an die alte Beamtenweisheit: “Freitags um eins, macht jeder seins”. weiterlesen …
Umzug: Projekt Leben 2.0
Leaving Las Wügas: Die letzten Tage habe ich mal wieder mein Leben in Kartons gepackt und bin nach Berlin gezogen. Ich lasse viele Dinge in Würzburg zurück, enge Freunde, sympathische Sportkollegen und jede Menge schöner Erinnerungen. Nach 8 Jahren “Westlife” begegne ich nun wieder meinen Wurzeln im Osten der Republik, und es geht mir gut damit. Es ist ein großer Schritt für mich, aber auch ein immens wichtiger zugleich. Das einzig Beständige im Leben ist nunmal die Veränderung …
Würzburg: Das Ende der Saison

soweit die Füße tragen
Für den Star der Würzburger Freizeitkicker Jäger, der erst kürzlich seinen neuen Vertrag bei den Berliner Ballinteressenten unterschrieben hat, geht die Saison doch eher zu Ende als geplant. Bei seinem karitativen Abschiedsspiel am vergangenen Montag neben der S.Oliver-Arena, wo auch Fussballgrößen, wie “Don Pereira”, “Tornado” Waldi und “The Fast & The Philipp” beiwohnten, verletzte sich Daniel Jäger (schußgewaltiger Linksaußen, aber kopfballschwach) im Zweikampf vor dem gegnerischen Tor schwer. Ein Kontrahent vereitelte durch unangemessen hartes Verteidungsspiel den finalen Torschuß, so dass Jägers linker Fuß eine schmerzhafte Bänderüberdehnung erlitt. weiterlesen …
Berlin: Billard & Bukowski
Taktik & Tequila: der Gegenpo(o)l zum ordinärem Montagabend. Wer Entspannung sucht und ein paar Münzen erübrigt, kann in Friedrichshain ganz gelassen runde Dinge in dunkle Ecken zwingen. Und doch bleibt immer eine Frage offen: Wo ist die verdammte Kreide? Die Bildgeschichte über Ziele, Treffer und große Erwartungen unter ständiger Aufrechterhaltung der eigenen Selbstgefälligkeit. Zeit, für bukowskische Enstpannung bei Billard & Tequila, bis in die Nacht, bis an die Grenzen der eigenen Psychomotorik.







