Archiv zum Stichwort: Psychologie
Berlin: Extrablatt im Treppenhaus
Berlin: Heldentod in Schöneberg

die Not bei der Notdurft
Werteverlust: Da ich mit den Westberliner Bezirken bisweilen noch nicht so eng vertraut bin, schaute ich mich am vergangenen Freitagabend etwas in Schöneberg um. Der 116.000 Anwohner zählende Stadtteil wird nach meiner ersten Einschätzung seinem schlechten Ruf nicht gerecht, was jedoch maßgeblich nur dem medienwirksamen Sprech-gestammel von Bushido zu verdanken ist. Während Schöneberg wirklich “schön” ist, war eine andere Begegnung eher unschön, denn ich traf Kurt Cobain auf dem Männerklo und verlor ein Stück meiner postpubertären Ideale an den altersgerechten Realitätsinn mit knapp über 30. Es ist über 15 Jahre her, da hing Nirvanas Frontmann auch über meinem Bett. Jetzt musste ich ihm beim Blasenentlasten in die Augen sehen, was mich irritierte. Ich stelle hiermit fest, dass Kurt Cobain, die stimmgewaltige Personfizierung berechtigter juveniler Wut im Mantel nachvollziehbarer Trauer einer ganzen Generation, nichts über einem Pissoir zu suchen hat, und schon garnicht in Schöneberg! Da dieses Plakat auch noch auf eine “Tribute to Kurt Cobain”-Veranstaltung hinweist, verfehlt es den Zweck sogar doppelt, denn einen Tribut zollt man mit dieser geschmacksfreien Platzierung wahrhaftig niemandem. Das wäre ja fast so, als ob man Tour-Plakate von Roberto Blanco an der Porta Nigra in Trier aufhängen würde. In diesem Sinne: Entdeckt doch mal bitte jemand hier die Möglichkeiten!?
Ausblicke: Horst Köhler Portraits demnächst in jedem Eck-Döner, Erika Eleniak Poster bald obligatorische Deko in Berliner Grundschulen und “The amazing life of Paul Breitner”-Sticker in jedem Hanuta (& Duplo) …
Psychologie: Der Krise Ursprung
Die Krise hat auch meinen Blog erwischt: Vier Monate Aussetzen: Gehen Sie ins Gefängnis, begeben sie sich direkt dorthin. Gehen sie nicht über Los und ziehen sie keine 4.000 DM ein. Zeit, sich den Details des Debakels zu widmen und gleichermaßen Aufklärung zu betreiben: Die Finanzkrise aus Berliner Sicht: Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschliesst sie, die Getränke der Stammkundschaft -hauptsächlich alkoholkranke Hartz IV Empfänger- auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandy’s Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit massiv ihren Umsatz. weiterlesen …
Psychologie: Uni & Out!
Sie ist weg: Die bislang größte kognitive Herausforderung, welche an mich in den letzten Jahren gestellt wurde: Die Diplomarbeit. Nach hunderten von Stunden vor SPSS Variablenreihen und Word-Dokumenten liegt sie nun nahezu unschuldig anmutend in gebundener Form auf dem Tisch in Berlin, Würzburg und Suhl. Der Einband erweckt den Anschein, als ob die 124 Seiten eine Dressur erfahren haben, als ob “sie” alle genau wüssten, dass es nunmehr keinen Freigang, Korrekturen oder Verbesserungen mehr zu fressen gibt. Abgetippt, in Format gebracht – mein Format. weiterlesen …
Psychologie: Schwarz Rot Geiz

5,0: Ansage ohne Bewertungsbezug
Kürzlich traf ich in der S-Bahn drei Regensburger Schüler, die auf dem Weg zu einem Konzert waren. Nachdem ich ihnen den Weg erklärt hatte und wo sie demnächst mal besser aussteigen sollten, luden sie mich freundlicherweise auf ein Bierchen ein (in der S-Bahn wohlgemerkt, man fährt ja noch ´ne Weile). Da der Alkohol & Drogenkonsum in der Hauptstadt nichts weiter weltbewegend krasses ist, schnappte ich mir das schwarze Novum und staunte … Entgegen allen Gesetzen des Marketings und den mächtigen Mechanismen der Werbepsychologie widersprechend, erschmeckte ich das relativ gute “Bier ohne Namen” aus einer ungestalteten, schwarz-weißen Dose. Lediglich die Alkoholvolumenprozentangabe bildet einen produktbegrifflichen Wiedererkennungswert. 5,0 Original – so heißt die Hopfen-Brause. Dennoch gibt sich der Hersteller nicht unbedeckt und erklärt, warum die Verpackung derart DDR-mäßig ausfällt. Hier ein Auszug des Untertitels: weiterlesen …
Berlin: Billard & Bukowski
Taktik & Tequila: der Gegenpo(o)l zum ordinärem Montagabend. Wer Entspannung sucht und ein paar Münzen erübrigt, kann in Friedrichshain ganz gelassen runde Dinge in dunkle Ecken zwingen. Und doch bleibt immer eine Frage offen: Wo ist die verdammte Kreide? Die Bildgeschichte über Ziele, Treffer und große Erwartungen unter ständiger Aufrechterhaltung der eigenen Selbstgefälligkeit. Zeit, für bukowskische Enstpannung bei Billard & Tequila, bis in die Nacht, bis an die Grenzen der eigenen Psychomotorik.
Psychologie: Kaffeeklatsch mit ohne Folgen
Gewohnheiten zu pflegen ist generell nichts verwerfliches. Gewisse Routinen erleichtern, ähnlich wie in gängigen Programmiercodes, den Abruf und den Zugriff auf relevante Verhaltensweisen, deren Ausführung wiederrum zu erwünschter Nachhaltigkeit führt. Was aber oft verschwiegen wird, ist die Anfälligkeit eines solchen Systems gegenüber Störvariablen aus der Umwelt. Wenn es zeitweilig zu einem derartigen Zwischenfall kommen sollte, hat man als Situations-Administrator alle Hände dementsprechend voll zu tun. So wie gerade eben. Ziel meiner Routine ist, mir selbst einen leckeren Kaffee zu zaubern. Dazu benötige ich verschiedene Zutaten, Geräte und Behälter, deren verhaltensrelevante Ansätze keinen Primaten vor sonderlich große Herausforderungen stellen. Es sei denn, es ist Sonntagnachmittag, man hat gerade eine mehrstündige, anstrengende Motorradtour unternommen, das Telefon klingelt, der Nachbarshund kläfft – und man wird nebenbei zum Entdecker einer uralten Käseaufschnittpackung Marke “Hochland”, die sich im Reiserucksack erstaunlicher Weise lange aber auch weniger lecker über die Zeit gerettet hat. Situation soweit also klar, dazu nun folgende Abbildung aus meiner Küchenzeile: weiterlesen …
Psychologie: Der Zidane Effekt
Eine gedankliche Gratwanderung entlang der moralischen Grundsatzthese zwischen Gut und Böse. Dort, wo Zidane den Kopf einsetzte, habe ich mal ohne Beule und Geheule weitergemacht. Moralische Motivation und moralisches Verhalten stehen inhaltlich miteinander in Beziehung, heißt aber nicht, dass sie sich auch gegenseitig bedingen! Man kann sich ohne weiteres unmoralisch verhalten und dennoch moralisch motiviert sein, bspw. wenn man seinen Partner betrügt, aber Fremdgehen an sich als verwerflich betrachtet. Der Fall Zidane hat mich zum Nachdenken angeregt. Wann hebeln Konsequenzen menschliche Moral aus? Wann erlangt unmoralisches Verhalten eine derart positive Valenz, dass negative Folgen billigend in Kauf genommen werden? Eine Affekthandlung schließe ich im Fall Z. aus, da zu viel Zeit zwischen verbaler Attacke und tätlichem Angriff verstrichen ist, heißt, eine gedankliche Verarbeitung hat auf jeden Fall stattgefunden. Doch wie sah die aus? Heckhausen liefert in seiner Erwartung x Wert Theorie einen guten Ansatz, um das Verhalten von Z. zu erklären.
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Filmprojekt: The October Revolution
OR´05: viel Film um Nichts
Legendäres Studenten-Filmprojekt: Was macht man aus einem gründlich vermasselten Oktoberfest Besuch? Genau – Einen Film! Gemeinsam mit meinen engen Freunden und Psychologie-Komolitonen Sascha T. und Philippe T.-P. setzte ich einen gemeinschaftlichen Ausflug nach München post mortem in einen sinnentfremdeten Kontext. Der daraus erwachsene Film ist in 3 Monaten Schnittarbeit aus reinem Selbstzweck entstanden und auch dementsprechend zu verstehen. Die Uraufführung fand bereits im Dezember 2005 im großen Seminarraum am I2 der Uni-Würzburg statt. Es gab Schnittchen, Becks und Popcorn für über 80 Zuschauer. War insgesamt eine schöne Sache, welche darüber hinaus sehr bezeichnend für meine mittelfristigen Ausflüge in nebenstudentische Interessen ist. Wer noch nichts über den Film weiß oder neugierig geworden ist, dem lege ich die folgende Filmkritik samt Trailer-Video an´s Herz. weiterlesen …


